Pilzkurs II – Vertiefung in praxisorientierte Pilzkunde (Bayern)
Vertiefe deine Fähigkeit, Pilze sicher zu bestimmen – indem du Merkmale gezielt liest, ähnliche Arten direkt vergleichst und anspruchsvollere Pilzgruppen systematisch einordnest. Der Kurs findet in Schrobenhausen (Raum Ingolstadt / München, Bayern) statt und ist – wie Pilzkurs I – als Bildungsurlaub in Sachsen‑Anhalt anerkannt. Viele weitere Bundesländer orientieren sich an dieser Anerkennung; Teilnehmer und Teilnehmerinnen können die Anerkennung bei ihrem Arbeitgeber individuell prüfen lassen.
Kurs auf einen Blick - Pilzkurs II
- Ort: VHS Schrobenhausen (Bayern) – Raum Ingolstadt / München
- Termin: Mo. 26.10. – Fr. 30.10.2026
- Zeiten: Mo.–Do.: 09:00 – 17:00 Uhr, Fr. 09.00 – ca. 14.00 Uhr
- Zielgruppe: Naturinteressierte Teilnehmer mit Grundkenntnissen in der Pilzbestimmung; ideal als Fortgeschrittenenkurs, zur Vertiefung systematischer Merkmale und als Vorbereitung auf Pilzberater‑ oder Pilzsachverständigen‑Prüfungen.
- Inhalte:
- Vertiefung der Lamellenpilze (hell- und dunkelsporer)
- Sprödblätterpilze: Täublinge & Milchlinge
- Nichtblätterpilze: Pfifferlingsartige, Stoppelpilze, Keulen & Korallen, …
- Bauchpilze: Boviste, Erdsternverwandte, …
- Gallertpilze
- Einführung in die Ascomyceten (Morcheln, Lorcheln, Becherlinge)
- Kosten: 398 € p. P.
- Modus: Theorieeinheiten, tägliche Exkursionen, praktische Bestimmungsübungen mit Frischpilzen, Arbeit mit Bestimmungsliteratur, Vergleich ähnlicher Arten, Abschluss mit Zertifikat.
Pilzkurs I und Pilzkurs II sind als Bildungsurlaub anerkannt.
Grundlagen der Mykologie II
Der Schwerpunkt dieser Woche liegt auf den Blätterpilzen. Drei volle Kurstage widmen wir ihren Strukturen, typischen Merkmalen und den häufigsten Verwechslungspartnern im Gelände. Dabei lernst du, Hellblättler, Dunkelblättler und Freiblättler systematisch zu unterscheiden und Unterschiede im direkten Vergleich richtig zu interpretieren.
Ein zentraler Punkt ist die Abgrenzung zu den Sprödblättlern. Sie erfolgt fast nebenbei, ist aber grundlegend für eine sichere Bestimmung und wird deshalb in diesen ersten Tagen intensiv mitgeübt.
Im weiteren Verlauf der Woche kommen Nichtblätterpilze, Pfifferlingsartige, Keulen‑ und Korallenpilze, Stoppel‑ und Bauchpilze sowie erste Ascomyceten hinzu. Diese Gruppen zeigen dir, wie vielfältig Pilzstrukturen sein können und wie man sie sicher in die klassischen Systeme einordnet.
Du arbeitest täglich mit Frischpilzen, vergleichst ähnliche Arten im direkten Gegenüber und entwickelst ein präzises Verständnis dafür, wie man Merkmale interpretiert, gewichtet und in einen klaren Bestimmungsgang einbettet.
Der Kurs eignet sich für Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die sich intensiver mit Pilzen beschäftigen möchten – sei es, um bestehende Kenntnisse zu vertiefen oder neue Gruppen wie Sprödblättler, Nichtblätterpilze, Bauch‑ und Gallertpilze sowie Ascomyceten kennenzulernen.
Pilze erkennen, vergleichen und einordnen
Was dich erwartet
Vergleich ähnlicher Arten
Ein Schwerpunkt liegt auf dem direkten Gegenüberstellen ähnlicher Arten. Du lernst typische Verwechslungsmerkmale zu erkennen und Unterschiede fachlich sauber zu interpretieren.
Exkursionen in kleinen Gruppen – jeden Tag
An jedem Kurstag gehst du in kleinen Gruppen in den Wald. Dort setzt du die Inhalte praktisch um, sammelst Frischpilze und übst das Erkennen ökologischer Zusammenhänge.
Bestimmungsübungen mit Blätterpilzen
Etwa die Hälfte der Kurszeit widmen wir den Blätterpilzen, vor allem den Faserblättlern. Du arbeitest mit Hellblättlern, Dunkelblättlern und Freiblättlern und lernst, wie man Unterschiede richtig interpretiert und systematisch einordnet. Die Abgrenzung zwischen Faserblättlern und Sprödblättlern wird als wichtige Grundlage parallel mitgeführt. Der Blick geht hier bewusst tiefer als in Pilzkurs I, in dem Sprödblättler bereits vorkommen, aber nur grundlegend behandelt werden.
Weitere Pilzgruppen im Wochenverlauf
Im zweiten Teil der Woche kommen weitere Gruppen hinzu: Nichtblätterpilze, Pfifferlingsartige, Keulen‑ und Korallenpilze, Gallertpilze, Bauchpilze, Kartoffelboviste und erste Ascomyceten. Du lernst typische Strukturen, Erscheinungsformen und systematische Einordnungen kennen.
Systematische Bestimmung – über alle Gruppen hinweg
Du arbeitest mit klaren Bestimmungsschritten, nutzt Bestimmungsliteratur und lernst, Merkmale so zu lesen, dass du Pilze sicher einordnen kannst – über alle behandelten Gruppen hinweg. Dazu gehören grundlegende Elemente wie Lamellenansatz, Sporenpulverfarbe, Fruchtkörperbau und weitere Merkmalskomplexe, die für alle Pilzgruppen relevant sind.
Weitere Pilzgruppen im Überblick
Außerdem lernst du in diesem Kurs weitere klassische Großpilz‑Ordnungen und ihre typischen Familien kennen – von den Pfifferlingsartigen über Keulen‑ und Korallenpilze bis hin zu Gallert‑, Stoppel‑ und Bauchpilzen sowie den Kartoffelbovisten und ihren Verwandten.
zum Bsp.:
Pfifferlingsartige (Cantharellales)
Keulen & Korallen (Clavariaceae)
Gallertpilze (Tremellaceae)
Stoppelpilze (Hydnaceae)
Bauchpilze (Gastromyceten)
Kartoffelboviste & Verwandte (Sclerodermataceae)
Ascomyceten – typische Formen, Merkmale & Entwicklungsgänge
Ascomyceten begegnen dir im Gelände in vielen charakteristischen Erscheinungsformen – von Morcheln und Lorcheln über becherförmige Schlauchpilze bis hin zu Hypogäen und Holzbewohnern. In diesem Modul zeige ich dir typische Merkmale dieser Gruppen und den Entwicklungsweg der Schlauchpilze, der sich deutlich von dem der Basidiomyceten unterscheidet.
Morphologie epigäischer und hypogäischer Schlauchpilze Becher, Scheiben, Sättel, Keulen, Hypogäen
Entwicklungsgang & Vermehrungsstrategien typische Abfolge der Ascus‑Bildung, Sporenreife und Sporenentlassung klare Gegenüberstellung zu Basidiomyceten: einfachere Fruchtkörperentwicklung, andere Reifeprozesse, andere Sporenauslösung
Typische Gruppen der Ascomyceten Morcheln, Lorcheln, Becherlinge, Kernpilze, Hypogäen – Trüffel
Ökologische Nischen & Fundorte Holzbewohner, Bodenbewohner, Symbiosepartner
Merkmale, Fruchtkörperbau, Hymenium, Konsistenz, Geruch, Standortbezug
Du lernst den Entwicklungsweg der Ascomyceten so klar kennen, dass du ihn sicher von dem der Basidiomyceten unterscheiden kannst – und verstehst, warum Schlauchpilze im Gelände oft ganz eigene Regeln haben.
Kursablauf
Der Pilzkurs II folgt einem klar strukturierten Lernablauf. Jeder Kurstag besteht aus einem theoretischen Teil am Vormittag und einer Exkursion am Nachmittag. Das bedeutet:
Theorieeinheiten am Vormittag
Exkursionen in kleinen Gruppen (mit mehr Wissen verändert sich das Suchverhalten)
Bestimmungsübungen im Raum – sie spielen in diesem Kurs eine zentrale Rolle
Gegenüberstellung ähnlicher Arten – als Vorbereitung auf eine mögliche Prüfung oder um einfach sicherer zu werden
Montag bis Donnerstag
09:00–12:00 Theorie
12:00–13:00 Mittagspause
13:00–17:00 Exkursionen und anschließende Bestimmungsarbeit in kleinen Gruppen indoor
Freitag
09:00–ca. 14:00 Abschlussblock mit gemeinsamer Fundbesprechung
Wiederholung zentraler Merkmale und systematischer Schritte
Datum: Mo. 26.10. – Fr. 30.10.2026
Hinweis
Für die täglichen Exkursionen benötigt ihr wetterfeste Kleidung, festes Schuhwerk und ggf. Verpflegung.